Vereinschronik



 

«Ein neuer Verein, ein neuer Name: Stadtsänger Rapperswil». So lautete die Schlagzeile vor 25 Jahren. Oder: «Aus Zwei – mach Eins». Gemeint ist der Zusammenschluss der beiden Chören Männerchor Rapperswil und Sängerbund Rapperswil.

1993 – Eine Idee setzt sich durch
Es brauchte viel Überzeugungskraft der zwei Vorstände, um die Vorbehalte gegen einen Zusammenschluss der beiden traditionsreichen Chöre abzubauen, hatten doch beide Chöre eine über 150jährige Geschichte vorzuweisen. Und dann der Start des neuen Chors «Stadtsänger Rapperswil». «Der Blitz aus heiterem Him- mel» zündete. Hansueli Wick, der "Männerchörler", übernahm an der General- versammlung vom 29. Oktober 1993 das Amt des Präsidenten für das erste Jahr, Max Aeberlider "Sängerbündler", war der neue und alte musika- lische Leiter. Die alles entscheidende Herausforderung bestand jedoch darin, die Aktiven aus zwei ehemaligen Chöre zu einem einzigen Verein zusammenzuführen». Im musika-lischen Bereich lauteten die Ziele: weiterhin erfolgreiche Teilnahme an Sänger- festen, Einstudierung von Konzerten, Weiterführung des Offenen Singens. Dazu verlangte der Vorstand die Beibehaltung von gesellschaftlichen Anlässen wie «Etzelbummel» (Sängerbund), (heute Maibowle), bis zum gemeinsamen «Altjahr- abend» (Männerchor). Um den Neuanfang auch nach aussen zu dokumentieren, wählte die Versammlung aus verschiedenen Vorschlägen den Namen «Stadtsänger Rapperswil».

Gemeinsam stark
Rein zahlenmässig übertrafen die ehemaligen Sängerbündler (54) die Männer- chörler (36) im neuen Verein. Die Fusion erfolgte ohne grössere Auseinanderset- zungen, und der Erfolg blieb auch nicht lange aus. Bei der Teilnahme am Sängerfest des Sängerverbandes am Zürichsee in Herrliberg wurden die Stadtsänger im ersten Jahr ihres Bestehens Festsieger mit den  Liedern «Blauer Mond» von Willhelm Heinrichs und «Schöne Welt» von Arnold Kempkens. Die Jury-Beurteilung lautete «vorzüglich». Die Stadtsänger waren auch der grösste aller angetretenen Chöre. Auch das erste Konzert 1994 im Rittersaal des Schlosses mit 20 Musikstücken von Volksliedern über fröhliche Trinklieder bis zu schmissigen Schlagern stärkte das Selbstvertrauen des neuen Vereins.

1998 – Mit neuem Probelokal und neuer Fahne
Nach dem ersten Jahr des Bestehens der Stadtsänger übernahm 1995 Werner Mont das Präsidium und mit diesem Amt auch einige ungelöste Probleme. Als erstes stellte sich die Frage nach einem grösseren Probelokal, der Rathaussaal war für die 80 Sänger zu eng geworden. Im Evangelischen Kirchgemeindehaus (heute Evangelisches Zentrum) konnte das Problem gelöst werden. Als zweites fragten sich die Vereinsmitglieder, ob eine neue Fahne beschafft werden sollte. Da schie- den sich die Geister: War ein solches Vereinssymbol überhaupt noch zeitgemäss? Bei welchen Gelegenheiten würde es gebraucht? Wie sollte die neue Fahne aussehen?  Der Vorstand mit dem Präsidenten Alfred Mayer, der Werner de Mont 1997 abgelöst hatte, war eher dagegen, im Verein selber hielten sich Gegner und Befürworter die Waage. Abstimmungen mussten wiederholt werden, weil das Ergebnis zu wenig eindeutig erschien. Schliesslich aber errangen die Befürworter doch die Oberhand, es wurde eine Fahnenkommission gegründet, der einheimische Künstler Ursus A. Winiger erhielt den Gestaltungsauftrag, und am 6. Juni 1998 wurde die neue Fahne der Öffentlichkeit vorgestellt.

                                                                                                                                                                                                                                           

Dies geschah im Rahmen eines Konzertes mit Opern-, Operetten- und Musical- melodien im Hotel Kreuz, Jona. Unter Max Aeberlis Leitung sangen die Stadt- sänger zusammen mit dem Chor Cantante, Jona, verschiedenen Gastsängern, zwei Solisten und dem Orchester Sinfonietta Vorarlberg. Die Ausbeute war ein gelungenes Konzert mit erfreulichem Rechnungsabschluss.

Gepflegtes Vereinsleben
Vermehrt achtete der Vorstand auch auf den inneren Zusammenhalt unter den Sängerkameraden. So sind auch die regelmässigen Besuche kranker Mitglieder, Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft oder besondere Leistungen für den Chor feste Bestandteile des Vereins. So wurde z.B. der erste Präsident, der eigentliche Initiator und Gründer des neuen Vereins, Hansueli Wick 1996 zum Ehrenmitglied ernannt. 1997 stiftete der Präsident Alfred Mayer aus eigener Initiative einen Kameradschaftspreis des Präsidenten für besondere Leistungen von Sängern zum Wohle des Vereins. Paul Winiger war der erste, der diese Auszeichnung erhielt.

Paul Winiger im Archiv an der Mythenstrasse

 

Im gleichen Jahr trat eine initiative Gruppe der Stadtsänger zum ersten Mal als «Eis-Zwei-Geissebei Sänger» am traditionellen Fasnachtsanlass des «Eis-Zwei–Geissebei» auf und erntete mit ihren selbstverfassten kabarettistischen Liedern zur Politkultur des Städtchens verdienten Applaus. Auf ihre Art nahm sie die Tradition des unvergessenen Männerchorkomödianten wieder auf. 1999 erhielt sie den «Kameradschaftspreis».

2000 – Der grosse Chor-Auftritt
Das Jahr 2000 bezeichnete Präsident Alfred Mayer einmal mehr als «ein Jahr des Wandels». Einerseits trat der Chor regelmässig öffentlich auf, erfreute die Bewohn- erinnen und Bewohner der beiden Altersheime, sang zu ehren verstorbener Mit- glied und nahm an einem schweizerischen Gesangsfest im Wallis teil. Auch das traditionelle Weihnachtssingen am 24. Dezember in der Franziskuskirche Kempraten wurde zu einem Erfolg, ebenso die verschiedenen gesellschaftlichen Anlässe.

Den Jahreshöhepunkt bildeten die sechs Aufführungen der «Carmen Burana» von Carl Orff.

Die Stadtsänger traten zusammen mit dem Teamchor Jona und der Voralberger Sinfonietta auf, zum Teil auf dem Rapperswiler Hauptplatz und zum Teil im Kreuzsaal Jona, wo sie ihr Publikum begeistern konnten. Dies hatte allerdings eine ausserordentlich intensive Probenarbeit erfordert. Es schien, dass verschiedene Vereinsmit- glieder eine derart hohe oder gar höhere Belastung nicht mehr auf sich nehmen wollten. Präsident Mayer deutete dieses Problem an, in dem er im Jahresbericht vermerkte: «Jeder Tag hat leider nur eine beschränkte Anzahl Stunden. Wenn diese einmal ausgefüllt sind, sind Zusatzerwartungen kaum realistisch». Dies mag Max Aeberli dazu bewogen haben, seine Dirigentenarbeit nach 18 Jahren (beim Sängerbund und den Stadtsängern) auf das Frühjahr 2001 aufzukündigen.

2001 – Mit neuer Leitung in die Zukunft
War mit dem unverhofften Abgang des musikalischen Leiters die hoffnungs- volle Aufbauarbeit des noch jungen Vereins gefährdet? Niemand mochte dem begeisterten, aber anspruchsvollen musikalischen Leiters Max Aeberli wegen seines Rücktrittes Vorwürfe machen, und so stand man am Ende des Jahres wieder einmal vor der schwierigen Aufgabe, nach einem neuen Dirigenten (oder einer Dirigentin) Ausschau zu halten. Aus mehreren Bewerbungen wählten die Stadtsänger zum ersten Mal eine Frau als musikalische Leiterin, Bea Salzmann.

Im gleichen Jahr wurde Peter Oswald neuer Präsident, doch trat dieser bereits nach neun Monaten wieder von seinem Posten zurück. Er begründete seinen Entscheid mit der mangelnden Unterstützung im Chor und mit Kritik an seiner Vereinsführung. Turbulenzen im Vorstand führten zu weiteren Rücktritten. Werner de Mont, der Vizepräsident, übernahm ad interim die Vereinsgeschäfte. Er berief zwei nicht offiziell gewählte Sänger, Hansueli Wick und Herbert Rüegg, zur Mithilfe in den Vorstand. Dazu musste aus Rücksicht auf den Terminkalender der neuen Dirigentin die Proben auf den Montagabend verlegt werden, was verschiedenen Sängerkameraden nicht passte und zu deren Austritt führte.

Trotz allem, das Vereinsleben ging weiter, und die Generalversammlung vom 8. März 2002 machte dann «Nägel mit Köpfen». Hansueli Wick, «wahrlich kein unbeschriebenes Blatt in unserem Chor» wurde offiziell neues Vorstandsmitglied und Herbert Rüegg übernahm die Aufgabe des Präsidenten.

2003 – 10 Jahre Stadtsänger
Der gemeinsame Einsatz aller, der Dirigentin, der Sänger und des Vorstands, brachten rasch Früchte. Schon an der Generalversammlung vom 21. Februar 2003 konnte Herbert Rüegg auf ein rundum gelungenes und erfreuliches Vereinsjahr 2002 zurück blicken. Eine dreitägige Sängerreise in die Mozartstadt Salzburg trug ebenfalls viel zum inneren Zusammenhalt der Stadtsänger bei. Die Dirigentin meinte: «Wir sind in diesem Jahr miteinander gewachsen. Wir haben den Wert der Stimmschulung und die Pflege der Aussprache erkannt und wir hatten einen sehr guten Probenbesuch.

Im folgenden Jahr 2003 konnte der noch junge Verein schliesslich bereits seinen 10. Geburtstag feiern. Es sei «ein ruhiges, keine hohen Wellen werfendes Sängerjahr gewesen», schrieb der Präsident in seinem Jahresbericht. Und doch wies das Tätigkeitprogramm alle Höhepunkte auf, die ein erfolgreiches Vereinsjahr aus machen: Am Zentralschweizerischen Gesangsfest in Altdorf wurde die Leistung der Stadtsänger («Nächtliches Ständchen» von Franz Schubert) mit «sehr gut»  und Goldkranz bewertet.

Der Chor trat auf in den beiden Altersheimen und in der Kirche des Kapuzinerklosters und stimmte am 24. Dezember mit seinem Weihnachtssingen auf die Festtage ein.

Stadtsänger zeigen Präsenz am Rapperswiler-Seenachtsfest
Ein wichtiger gesellschaftlicher Anlass bedeutet für die Sänger und ihre Angehörigen die jeweilige Teilnahme mit eigenem Sänger-Festzelt am Seenachtfest, wobei jeweils auch finanziell «ein sehr erfreuliches Ergebnis herausschaut». Maibowle, Herbstwanderungen, Sängerreisen und Altjahrabend sind weitere gesellschaftliche Höhepunkt im Vereinsleben der Stadtsänger.

Alois (Loui) Schmid, langjähriger bewährter Festwirt der Stadtsänger

 

Geschichte:

1854 Gründung Männerchor Rapperswil          
(zuerst als Sängerverein Rapperschweil und Jona)

Erster Präsident: Theodor Brändli

Der monatliche Vereinsbeitrag betrug 20 Rappen. Wer bei der Probe fehlte, musste 15 Rappen Busse bezahlen und wer zu spät kam, 5 Rappen Busse. Teilnahmen an vielen Sängerfesten. Der Männerchor wurde 139 Jahre und 9 Monate alt.

Ehrenpräsidenten:
Dr. Alphons Gmür,  Dr. Niklaus Gschwend, Hermann Helbling, Hans Züst

1912 Gründung Sängerbund
(zuerst als Gesangsektion des Verkehrspersonals Rapperswil)

Erster Präsident: Eduard Roshardt

Teilnahme an zahlreichen regionalen, kantonalen und eidgenössischen Gesangsfesten. Der Sängerbund wurde 81 Jahre alt.

Ehrenpräsident: Walter Honegger 

1993 Zusammenschluss
Aus Männerchor Rapperswil und Sängerbund entstehen die Stadtsänger Rapperswil

Präsidenten

 

     1993 - 1995                1995 - 1997               1997 - 2001              2001 - 2002           2002 - 2013             2013 - 2015             2015 - 

   Hansueli Wick       Werner de Mont         Alfed Mayer            Peter Oswald        Herbert Rüegg         H.P.r Rathgeb       Max Rechsteiner

Dirigenten

     1993 - 2001              2001 - 2004              2004 - 2014               2015 - 

 

     Max Aberli               Bea Salzmann            Fritz Fehr             Frank Mehlfeld